Angeborene Fehlbildung von
Nieren, Harnleiter und Blase
(Ureterabgangsstenose, Doppelniere, Vesikoureteraler Reflux, Megaureter, terminale Ureterstenose, …)
Angeborene Fehlbildung der Nieren und ableitenden Harnwege sind häufig. Bei ca. jeder 100. Schwangerschaft zeigt sich eine Auffälligkeit im Bereich des Harntraktes. Das Spektrum dieser ist sehr vielfältig: Einseitiges Fehlen der Nieren (Nierenagenesie), Verkleinerung einer Niere (Nierenhypoplasie), Fehlbildung einer Niere (Nierendysplasie) Engstelle am Nierenbecken (Ureterabgangsstenose), Doppelniere, Rückfluss von Urin aus der Blase in die Niere (Vesikoureterorenaler Reflux), erweiterter Harnleiter (Megaureter), Engstelle des Harnleiter beim Einmünden in Blase (terminale Ureterstenose), …
Angeborene Fehlbildungen der Nieren und der ableitenden Harnwege stellen zugleich die häufigste Ursache für ein chronisches Nierenversagen im Kindesalter dar. Um die Nierenfunktion langfristig zu erhalten und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen, wird empfohlen, betroffene Kinder kindernephrologisch zu betreuen.
Diagnostik
Die wichtigste Säule in der Diagnostik der angeborenen Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege ist die Sonographie. Anhand dieser kann eingeschätzt werden, ob weitere Untersuchungstechniken (Szintigraphie, Miktionszystourethrographie (MCU), Kernspintomographie, …) notwendig sind oder nicht.
Therapie
Die Aufgabe des Kinder-Nephrologen ist es einzuschätzen, ob eine operative Korrektur notwendig ist oder eine abwartende Haltung angezeigt ist. Welche Diagnostik ist notwendig? Ist das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöht oder nicht? Ist eine antibakterielle Prophylaxe sinnvoll oder nicht?